Destiny 2 – Fluch des Osiris

Knapp drei Monate nach Konsolen Release und knapp ein-ein halb Monate nach PC Release ist es nun so weit, das erste DLC für den Ego-Shooter „Destiny“ ist erschienen, doch lohnen sich die 20 Euro? Ein Testbericht von Ian Klemm.

Was bekomme ich für mein Geld?

Eine brandneue Kampagne, neue Abenteuer, einen neuen Planeten, neue Strikes, neue PvP Maps, einen neuen Raid-Trakt, sowie neue Waffen und Ausrüstung.

Die Story

In der neuen Kampagne „Fluch des Osiris“ beleben wir einen Geist namens „Sagira“ wieder, welcher zuvor in einer Opening Sequenz von Osiris, einem der mächtigsten Hüter, durch ein Portal geschmissen wurde, da es zu überraschenden Komplikationen auf einer seiner Zeitreisen gab. Dies ist auch das Interessanteste an der Story, denn in dieser erfährt man nicht nur, was es mit dem mysteriösen Hüter Osiris auf sich hat, sondern man darf auch selber durch die Zeit reisen und sieht so wie der neue Planet Merkur sich von der schönen Garten Welt die er einst war in eine düstere, von den Vex besessenen Maschine, verwandelt wurde.

Um durch die Zeit zu reisen führt uns die Story durch eine Art Zeitmaschine, den „Immerforst“, die jede Möglichkeit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft simulieren kann. Dieser Bereich ist, obwohl er nicht prozedural generiert ist, immer neu, da es laut Bungie durch verschiedene Abschnitte die immer aufs Neue zufällig wie ein Puzzle zusammengesetzt werden und neue Gegner beinhalten unendlich viele Möglichkeiten bietet. Obwohl es stimmt, dass es jedes mal aufs Neue unbekannt ist was genau passieren wird und wie genau der nächste Abschnitt aussehen wird, geht der Spaß schon nach kurzer Zeit durch den fehlenden Schwierigkeitsgrad und Abschnitte die man einfach überspringen kann verloren. Manche bezeichnen den Immerforst, durch seine einzige Funktion als Übergang zwischen den verschiedenen Zeitlinien zu dienen, auch nur als „interaktiven Ladescreen“. Ein weiterer Kritikpunkt ist das auch diese Erweiterung wieder die üblichen Beschwerden wie zum Beispiel die Wiederverwendung alten Contents hat. So läuft man in einer Story Mission einen alten Strike einfach in verkürzter variante nochmal durch. Hier fehlt die benötigte Inspiration.

Abschließend kann man sagen, dass die 2,5 – 3h Kampagne mir aber doch viel Spaß gemacht hat da sie definitiv den ein oder anderen „wow-moment“  beinhaltet.

Merkur

Bei dem neuen Planeten Merkur sollte man ebenfalls nicht zu viel Erwarten, wobei ein speziell für Merkur entwickeltes öffentliches Event, das noch dazu das größte bisher ist, drei unterhaltsame Abenteuer und ein, zugegeben relativ kleiner, Verlorener Sektor nicht allzu schlecht sind für 20 Euro im Hinblick auf die anderen Sachen. Jedoch ist Merkur trotzdem der bei weitem kleinste Planet und man sollte sich bewusst sein, dass man nach Abschluss der Kampagne nur noch per Abenteuer in den Immerforst und somit auch in die „Simulanten-Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ kann, was meiner Meinung nach wieder verschenktes Potenzial ist.

Die Strikes

Nun kommen wir zu den Strikes. Mit Fluch des Osiris wurden zwei neue Strikes hinzugefügt, die beim Gameplay keinen großen Unterschied zu den schon vorhandenen aufweisen. Die einzig zuvor so noch nicht gesehene Änderung war ein kleiner Abschnitt, bei dem man auf einem Sparrow vor Lasern ausweichen muss, wo Erinnerungen und Hoffnungen von der Sparrow Racing League (Srl, einem Mario Kart artigem Spieler gegen Spieler Modus) hochkommen. Ob diese Hoffnungen aber wahr werden und die `Sparrow Racing League‘ tatsächlich zurückkommt bleibt abzuwarten.

Das Endgame

Eines der größten Probleme die Destiny 2 im Moment hat, ist die Spieler auch nach dem Abschluss der Kampagne am Ball zu halten. Wobei das End Game nicht von heute auf morgen gefixt werden kann, haben sie doch die ein oder andere Änderung eingeführt, die wenigstens schon in die richtige Richtung führt. Eine davon wäre die Waffenschmiede, die, nach Abschluss der Kampagne, noch einen Anreiz gibt PvP, Öffentliche Events, Abenteuer oder die neue Heroische Strike Playlist zu spielen da die aufgelisteten Aktivitäten Items droppen, die dann benutzt werden können um eine von 12 neuen Waffen zu schmieden. Diese Waffen rotieren wöchentlich (3 pro Woche). Eine weitere Änderung die einen kleinen Anreiz geben soll auch nach Abschluss der Story weiter zu spielen und verschiedene Playlists zu grinden ist die (wieder-) Einführung der Ornamente. Diese kann man durch besondere Aufgaben (wie zum Beispiel eine bestimmte Anzahl von Kills in der Strike Playlist) erhalten. Nach dem Abschluss der Aufgaben kann man dann das jeweilige Ornament auf das dafür vorgesehen Rüstungsteil anlegen um etwas cooler auszusehen was bei einem „looter-Shooter“ doch eine relativ wichtige Rolle spielt. Alle weiteren Updates kommen dann am 12.12.17 mit dem zweiten Teil des „Dezember Updates“. Die mit diesem Update kommenden Verbesserungen sind aber gratis und somit nicht teil des DLC’s. Wenn ihr mehr zu den Änderungen wissen wollt und ob sie was gebracht haben wird das Dezember Update nochmal in einem anderen Update behandelt.

PVP

Die neuen Maps Pacifica und Radiant Cliffs sowohl als Wurmhafen, die Playstation exklusive Map, sind durch verschiedene vertikale Plattformen und die vielen Gänge durch die man angreifen kann spannend designed und spielen sich ein ganzes Stückchen besser als die meisten anderen Maps.

Der RAID- TRAKT

Obwohl am Anfang viele enttäuscht waren, dass es kein kompletter neuer Raid auf einem neuen Planeten war, ist das Feedback der Community größtenteils sehr positiv. In diesen Raid – Trakt, oder auch Raid – Abschnitt fliegt man wieder zu dem gleichen Schiff auf dem auch der alte Raid war nur geht man sobald man landet in eine komplett andere Richtung. Das heißt das einzige, was dort wiederverwendet wurde, ist der Stil des Schiffes. Zumindest bis zum Boss Encounter. Diesmal hat der „Weltenfresser“, wie das Schiff genannt wird, den Kern des Planeten Nessus „gegessen“ und somit ist auch der Raid, wie die ganze Erweiterung, Vex-orientiert. Durch den Plattformen Encounter und die verschiedenen einzigartigen Herausforderungen ist der Raid sehr interessant und vor allem abwechslungsreich gestaltet. Außerdem hat man dadurch das man nicht immer zurück zum Anfang laufen muss um verschiedene Türen zu öffnen nicht mehr das Gefühl auf einem Fleck rum zu trampeln wie im altem Raid. Durch diesen neuen Raid fliegt man eher durch und hat ein klares Ziel, wo man hin soll durch das sich das Gameplay viel rasanter anfühlt. Das ist auch das was ich an dem Raid so mag. Er ist nicht so Mechanik basiert wie der Alte, sondern mehr Action orientiert. Das ist zwar eine Referenz Sache was man jetzt lieber mag, jedoch finde ich es eine gute Abwechslung.

Fazit

Wobei Destiny 2 – Fluch des Osiris definitiv eine größere Erweiterung, als die zwei ersten Erweiterungen aus Destiny 1 ist, ist es immer noch nicht genug um viele Fans mit genügen Content bis zum nächsten DLC zu versorgen. Nun liegt es an Bungie die unbedingt benötigten Änderungen zu liefern um Spieler am spielen zu halten denn das wurde mit dieser Erweiterung nicht geschafft. Diese Erweiterung sollte man wirklich nur kaufen, wenn man Destiny 2 schon gespielt hat und auch Spaß daran gehabt hat. Für alle anderen lohnen sich die 20 Euro nicht. Empfehlung: Wenn ihr euch unsicher seid ob ihr dieses DLC kaufen sollt oder nicht überlegt euch wieviel Freunde noch Destiny 2 spielen und ob es euch Spaß machen wird. Wenn ja, dann nur zu, jedoch wenn nein sollte man lieber bis frühestens September warten um wirkliche Änderungen an diesem Spiel zu sehen.

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