Die Ricoh Theta S – der ideale Einstieg in die Welt der 360° Fotos

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theta_back_right_on1Wer selbst einmal im Urlaub imposante 360° Fotos machen möchte, ist mit der Theta S von Ricoh bestens bedient. Besonders für Einsteiger die nicht das Geld haben oder ausgeben wollen für einen teuren GoPro Würfel. Meine Erfahrung mit der Theta S könnt ihr hier in dem Beitrag lesen.

Bei ersten Mal in die Hand nehmen, der Theta S fällt auf, dass diese ziemlich leicht und kompakt gebaut ist. Mit seinen 125g ist die Kamera auch echt leicht. Das Gehäuse der Theta S ist hauptsächlich leicht gummiert.

An der Unterseite der Kamera befinden sich ein micro-USB Anschluss, ein micro-HDMI Ausgang und das Gewinde für ein Stativ. Oben befinden sich die zwei Mikrofone für die Videoaufnahme. Auf der rechten Seite sind dann noch der Powerbutton, die WLAN Taste und die Taste um zwischen Foto und Video zu wechseln. Unter der einen Linse befindet sich der große Auslöser und sämtliche Status LEDs (WLAN LED und die Anzeige für Foto-/Videomodus).

Die beiden 180° Linsen ragen etwas aus dem Gehäuse heraus, weshalb es sinnvoll ist, die mitgelieferte Tasche stets bei sich zu haben.

Apropos Lieferumfang, der Kamera liegt lediglich die gerade erwähnte Kameratasche und ein kurzes microUSB-Kabel bei.

Die maximale Auflösung der Theta S bei Fotos liegt bei 5376*2688 Pixel (entspricht 14 Megapixel). Bei Videos ist eine maximale Auflösung von 1920*1080 Pixel möglich. Der eingebaute Speicher für Fotos und Videos ist mit 8GB etwas klein ausgefallen. Schade ist auch, dass man keine micro SD Karte verwenden kann (Dazu später mehr). Der Akku soll für 240 Bilder reichen und ist damit auch für eine längere Tour ausreichend groß.

Dank zahlreichen Apps fürs Handy ist es möglich, die entstandenen Fotos und Videos direkt von unterwegs aus zu bearbeiten und zu teilen. Für Android/iOS gibt es folgende Apps: „Theta S“, „Theta+“ und „Theta+ Video“.  Die erste App ist dafür da, um die Fotos und Videos von der Kamera auf das Handy überspielen zu können und auch gleich anzuschauen. Ebenfalls ein teilen über den eigenen Dienst von Ricoh ist möglich (namens „theta360“). Zur Anmeldung benötigt man entweder ein Facebook oder Twitter Konto. Nach der Registrierung ist es möglich die Fotos und Videos an Freunde zu senden. Mit der Handy App ist es auch möglich seine Fotos und Videos mit einer VR Brille anzuschauen. Am günstigsten ist hierbei die Google Cardboard.

Die Software für den PC hingegen ist alt, und benötigt noch Adobe Air, was für viele bestimmt ein Dorn im Auge ist. Die Software braucht man aber, wenn man die Videos für Schnittprogramme wie Magix brauchbar machen möchte. (Notfalls kann man die Videos aber auch mit der Theta+ Video App auf dem Handy konvertieren)

Die Fotoqualität der Theta S ist erstaunlich gut. Bei ausreichend Licht, entstehen detailreiche Fotos, die auch nicht verrauscht wirken. Sobald es aber etwas dunkler wird oder Lichtverhältnisse ungünstig werden, fangen die Bilder an schnell zu verrauschen.

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Sämtliche weitere Testbilder könnt ihr in meinem Profil bei theta360.com sehen. Link hier: https://theta360.com/users/160349

Die Qualität der Videos ist okay. Hier gilt auch, viel Licht ist von Vorteil. Das größte Problem bei den Videos ist, dass auf Grund der FullHD Auflösung Videos eher unscharf wirken. Verstärkt wird dies noch dadurch, dass die beiden Videos wie auf eine Kugel aufgelegt werden. Videos mit einer VR Brille zu schauen wird deshalb weniger schön. Hier liegt eine richtige 360° Kamera mit mehreren GoPros deutlich vorne.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der fest verbaute Speicher. Die 8GB Speicher reichen zwar für längere Touren aus, aber das Übertragen des Materials wird dann zu einer Geduldsprobe. Man hat die Wahl entweder die Bilder am Handy über die Theta S App zu übertragen und dann auf den PC zu übertragen, oder über USB direkt am PC zu übertragen. Beim WLAN sind aber lediglich max. 2MB/s drin. Und ein Video mit einer Länge von 1 min wird schon mal um die 100MB groß. Und da mehrere Dateien zu übertragen dauert gut und gern mal etwas länger. Hier wäre es deutlich komfortabler mit einer microSD Karte.

Das verbaute WLAN ist dann schon der nächste Kritikpunkt. Dabei sind nicht nur die 2MB/s etwas wenig für große Dateien, sondern die Sendeleistung ist auch noch recht schwach. Sobald man auf freier Fläche schon ein paar Meter von der Kamera weggeht, verschwindet das WLAN fast komplett. Wenn man also ein 360° Foto ohne Personen möchte, heißt es, Theta S aufstellen, Selbstauslöser einstellen und wegrennen. Hier wäre ein stärkeres WLAN nicht schlecht um die Kamera auch aus der Ferne auslösen zu können.

Was aber lobenswert ist, ist die Nutzbarkeit sämtlicher Apps für die Theta S. Alle Handyapps laufen stabil, hängen nicht und zicken bei der Erkennung der Kamera nicht rum. Auch das Übertragen von Fotos und Videos klappt ohne Probleme. Nur am PC schaltet sich die Kamera nach dem eingestellten Zeitraum aus und muss dann wieder neu verbunden werden.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist der ausdauernde Akku. Während des gesamten Tests, hatte ich nie Probleme, dass der Akku nicht reichen würde. Angegeben werden 240 Fotos Laufzeit. Diese sind auch wirklich trotz permanenten WLANs drin.

Ebenfalls ein Pluspunkt ist die einfach Bedienung. Kamera einschalten, kurz hochhalten und den Auslöser betätigen. Schon hat man ein 360° Foto. Hier muss man nix manuell einstellen oder ausrichten. Eine Live Vorschau ist außerdem über die Theta S App möglich. Über diese lassen sich auch sämtliche Einstellungen tätigen. So kann man auch die Belichtungszeit einstellen, eine Intervallaufnahme auslösen oder auch den Selbstauslöser bedienen. Wenn man über die App die Aufnahmen macht, werden sogar die Standortdaten des Handys mit in den Meta Daten des Bildes gespeichert.

In der Theta+ App, lassen sich die Intervallaufnahmen dann auch schon direkt am Handy zu einem Zeitraffer zusammenfügen. Bei einzelnen Bildern, lassen sich auch Texte einfügen oder auch Filter anwenden.

Zusammenfassend finde ich, dass die Theta S sich super für Einsteiger eignet um vom Urlaub besondere Erinnerungen zu machen. Die Fotos werden scharf und lassen sich direkt am Handy anschauen und teilen. Auch der Preis von ~320€ ist im Vergleich zu anderen Systemen noch erschwinglich. Auch die sehr einfache Handhabung macht die Kamera für Einsteiger interessant. Ebenso fallen die zahlreichen Funktionen der Handy Apps positiv aus.

VorteileNachteile
+Einfache Bedienung-Benötigt viel Licht
+Ausdauernder Akku-Kein microSD Slot
+Gute Fotoqualität-langsame Übertragung
+Fotos können leicht geteilt
und bearbeitet werden
-PC App läuft nur mit Adobe Air
+Zahlreiche Handyapps
+gute Verarbeitung

Tipp: als Zubehör empfehle ich noch das Gelenkstativ von Rollei. Damit kann die Kamera so gut wie überall befestigt werden. Aktuell für 12€ bei reichelt.de

Ich hoffe der kurze Einblick in die Welt der 360° Fotos und Videos hat euch gefallen. Sollten noch Fragen sein, einfach in die Kommentare schreiben oder uns per Facebook/Twitter/Telegram erreichen.

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