MSI X370 XPOWER Gaming Titanium – MSI’s silbernes High-End Board

In diesem Review möchte ich etwas über meine Erfahrungen mit dem aktuellen AM4 High-End Board von MSI schreiben. Dank MSI hatte ich die Möglichkeit dieses für ca. 1 Monat testen zu können. Verbaut habe ich dabei ein Ryzen 1700. Alles weitere dazu hier im Beitrag!

Lieferumfang – alles Nötige und noch viel mehr

Für einen aktuellen Preis von etwa 256€ legt MSI dem X370 XPower Gaming einiges an Zubehör bei. Dazu zählen:

  • 6 silberne SATA-Kabel
  • I/O Shield
  • Treiber CD+Handbuch
  • 2-Way-SLI-Bridge
  • 4 Pin LED-Verlängerungs- und Verteilerkabel
  • Aufkleber zur Beschriftung der SATA-Kabel

MSI bietet für den doch relativ hohen Preis einen stolzen Lieferumfang, was einen ersten positiven Eindruck hinterlässt.

Verarbeitung – hochwertig, silbern und stabil

Sobald man das Board dann das erste Mal in der Hand hält, wird einem die besondere silberne Farbe auffallen. Dazu auch noch das ziemlich hohe Gewicht. Dadurch wirkt das XPower sehr solide und ordentlich verarbeitet. Die Abdeckung mit dem „TITANIUM“ Schriftzug ist dagegen aus Plastik gefertigt. Ins Auge fallen außerdem noch die zwei Kühlkörper für die Spannungswandler.

 

Ebenso bietet das X370 XPower stabilisierte PCI-e 3.0 Slots. Diese sind mit einem Metallrahmen verstärkt, welcher besonders am Mainboard befestigt wird. Dabei sollten schwerere GPUs kein Problem für das X370 XPower sein.

Insgesamt ist die Verarbeitung von MSI sehr hoch gehalten und dem Preis entsprechend.

 

Anschlüsse – mehr als ausreichend vorhanden

Neben einem großen Lieferumfang bietet das X370 XPower auch eine Vielzahl an Anschlüssen.

So gibt es:

  • 3x USB 3.1 Gen2 (2x hinten, 1x intern)
  • 8x USB 3.1 Gen1 (4x hinten, 4x intern)
  • 7x USB 2.0 (3x hinten, 4x intern)
  • 1x HDMI 2.0 + 1x Displayport
  • 1x Intel I211-AT Gigabit-LAN
  • 7.1 Audio + S/PDIF
  • 1x PS/2 Combo Port
  • 6x SATA 6GB/s + 2x M.2 Slot + 1x U.2 Anschluss
  • 1x 4-Pin CPU + 1x 4-Pin W-Punp Header + 4x 4-Pin Gehäuse Lüfter

Wer also besonders viele Anschlüsse benötigt und dabei besonders auf aktuelle Standards setzt, macht mit dem X370 XPower nichts falsch. Besonders der U.2 Anschluss dürfte für die Zukunft einiges an Geschwindigkeit bringen für SSDs.

Software – gutes BIOS, verbuggte Software unter Windows

Wichtige Punkte für ein Mainboard sind nicht nur Sachen wie Anschlüsse und vielleicht auch das Design, sondern auch das BIOS und die Software unter Windows.

Das BIOS ist von MSI sehr übersichtlich und gut konzipiert. Man kann dabei zwischen einem „Anfänger“-Modus („EZ-Modus“) und einem „Advanced“-Modus wechseln. Letzter bietet alle Optionen, die u.a. auch für Overclocking interessant sind. Bei dem einfachen Modus wird einem alles wichtige für das System aufgelistet (CPU, RAM, Speicher, Lüfter und eine Hilfe). Wechselt man dann in den Advanced Modus, werden alle wichtigen Optionen für Overclocking, Lüfter Profile und vieles mehr frei.

Was mir leider negativ aufgefallen war, war die Software unter Windows. Mit dieser gab es einige Probleme. Angefangen bei der Software, die die Sensoren für Temperatur, Spannung usw. auslesen soll. Entweder werden Werte wie „0°C“ oder eine Spannung von 0V angezeigt. Die Lüftersteuerung hat dann auch nicht mehr funktioniert. Adia64 hingegen konnte alle Werte korrekt auslesen. Deshalb dürfte es also kein Problem mit der Hardware gewesen sein, sonder eher eins mit der Software.

Des Weiteren machte auch die RGB Software einen eher unschönen Eindruck. Teilweise wurden Effekte dann auch nicht mehr übernommen. Nach einem Neustart funktionierte es dann aber wieder. Auch die Anzahl der Effekte sind von MSI eher begrenzt (siehe Screenshots). Der Musik Effekt ist dabei auch noch etwas verzögert. Die „MSI Gaming App“ bietet dann noch Zusatzfeatures für verschiedene Monitor Profile (z.B. Gaming, Video, Augenschonung). Ebenfalls lässt sich das Mainboard über eine App für Android und iOS steuern.

MSI GAMING APP
MSI GAMING APP

Besonders positiv aufgefallen ist mir die Software „Nahimic 2“, welche für die Audio Treiber zuständig ist. Die Software bietet für den Audio Ausgang als auch für Mikrofone einiges an Effekten. Unter anderem ein „Bass Boost“, „Virtual Surround“, „Voice Clarity“ und vieles vieles mehr. Für Streamer interessant dürfte das eingebaute Soundboard sein. Dieses könnte ihr aktivieren, indem ihr „Strg+[Nummer 1-6 auf Numblock]“ drückt.

Insgesamt finde ich die Software wenig performant und übertrieben groß. Auch bietet die RGB Software sehr wenig Möglichkeiten für Effekte. So gab es nur 7 Farben, welche dann entweder blinkten oder pulsierten. Verglichen mit dem etwa halb so teuren Asus Prime X370-Pro leider eher enttäuschend. Dafür überzeugt die Audio Software durchaus auch das BIOS lässt sich gut bedienen.

Overclocking – Viele Möglichkeiten für Extreme

Für viele dürfte auch der Punkt des Übertaktens wichtig sein. Dabei ist das X370 XPower solide.

Das Board bietet für extrem stromhungrige Komponenten auch noch zusätzlich 1×6-Pin ATX + 1×4-Pin ATX Anschluss. Somit ist fürs Übertakten einiges an Strom verfügbar.

Da ich aber nur den AMD Wraith Cooler hatte, konnte ich nicht bis ins unendliche übertakten. Aber 3,5GHz ohne weiteres waren mit dem Ryzen 1700 kein Problem. Wer einfach und schnell übertakten möchte, kann den „Instant-OC-Button“ verwenden. Dieser lädt Profile für den entsprechenden Ryzen Prozessor. Dabei gibt es 0 bis 11 Stufen (0 für Basis Takt). Mit dem Profil wäre laut MSI damit ein Takt von 4,4GHz bei einem Ryzen 7 1800X möglich.

Ein Problem, was ich feststellen konnte, war der RAM. Trotz aktuellstem Bios (zum Testzeitpunkt), war es mir nicht möglich den 2667MHz RAM von Crucial (Review folgt!) zum laufen zu bekommen. Weder mittels manuellen Werten eintragen noch mittels XMP-Profilen (bzw. „Memory-Try-It!“). Das Resultat war immer ein schwarzer Bildschirm und kein POST. Erst nach einem BIOS Reset kam ich wieder ins BIOS. (Einmal musste ich sogar das BIOS komplett neu flashen) Nur wenn man den 2133MHz Standard gelassen hat, funktionierte alles super. Bei meinem jetzigen Asus Prime X370-Pro funktioniert der 2667MHz RAM aber ohne Probleme.

Solltet ihr euch als in Sachen Overclocking austoben wollen, könnt ihr mit dem XPower Board nichts falsch machen.

Fazit – High-End mit kleinen Macken und (fast) unbegrenzten Möglichkeiten

Solltet ihr also ein Mainboard wollen, was ein klasse rundum Paket bietet, solltet ihr euch das MSI X370 XPower Gaming Titanium auf jeden Fall mal genauer anschauen. Nicht nur optisch macht das Board einiges was her, sondern auch in Sachen Performance. Das Board bietet eine super Grundlage zum Übertakten. Dank zahlreichen Schnittstellen (z.B. USB 3.1 Gen2, U.2, M.2) dürfte das Board auch für die Zukunft genügend Performance bieten. SLI und Crossfire sind mit dem Board möglich. Bei Corssfire sogar mit bis zu 3 AMD GPUs.

PositivNegativ
+ sehr viele aktuelle Anschlüsse- relativ hoher Preis
+ sehr gute Verarbeitung- verbuggte Software
+ Onboard Tasten (Power, Reset und OC-Button)- Probleme mit 2667MHz RAM
+ Error Diagnose mittels 2 Segment Anzeige- wenig LED Effekte
+ umfangreiche Onboard Audio Funktionen
+ zwei (verstärkte) PCI-e 3.0 x16 Slots

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.